PV-Energy 24

Photovoltaik-Wissen

Alles, was man wissen sollte, bevor man eine Anlage kauft: Technik, Kosten, Wirtschaftlichkeit, Förderung, Steuer – und woran man ein seriöses Angebot erkennt.

Wie eine Photovoltaikanlage funktioniert

Photovoltaik wandelt Sonnenlicht direkt in elektrische Energie um. Möglich macht das der photovoltaische Effekt: Trifft Licht auf eine Solarzelle aus halbleitendem Material, entsteht eine elektrische Spannung. Was danach passiert, übernehmen vier bis sechs weitere Bauteile.

Photovoltaikmodule

Die Module sind das Herzstück jeder Anlage. Sie wandeln Sonnenstrahlung in Gleichstrom um. Für sie sprechen ihre Langlebigkeit, die stetig steigende Effizienz und die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Durch fortgeschrittene Fertigungstechnologien sind sie zudem wirtschaftlich deutlich attraktiver geworden als noch vor zehn Jahren.

Wechselrichter und MPP-Tracker

Der Wechselrichter konvertiert den Gleichstrom der Module in Wechselstrom, wie er in Haushalten und Betrieben genutzt wird. Moderne Geräte überwachen dabei laufend die Performance der Anlage, sodass Probleme früh auffallen.

Im Wechselrichter sitzt außerdem der MPP-Tracker (Maximum Power Point Tracker). Er bestimmt fortlaufend den Betriebspunkt mit der höchsten Leistungsausbeute und führt ihn nach. Besonders bei wechselndem Wetter steigert das die Systemeffizienz spürbar.

Smart Meter und Energiemanagement

Intelligente Stromzähler erfassen Verbrauch und Erzeugung in Echtzeit. Wer sieht, wann viel Strom da ist, kann Waschmaschine, Wärmepumpe oder Ladevorgang entsprechend legen – und den Eigenverbrauch erhöhen. Energiemanagementsysteme übernehmen das automatisch: Sie analysieren Verbrauchsmuster und verteilen die Energie im Haus.

Batteriespeicher und Wallbox

Ein Batteriespeicher hält überschüssige Energie vom Tag für den Abend oder Spitzenlastzeiten bereit. Eine Wallbox lädt das Elektrofahrzeug direkt mit Solarstrom statt mit Netzstrom. Beides erhöht den Anteil des Stroms, den Sie selbst nutzen – und genau darauf kommt es wirtschaftlich an.

Kurz gesagt: Der Ertrag entsteht auf dem Dach, die Wirtschaftlichkeit entscheidet sich im Haus. Je mehr des erzeugten Stroms Sie selbst verbrauchen, desto schneller rechnet sich die Anlage.

Was eine Anlage kostet und wann sie sich rechnet

Die Kosten hängen von Anlagengröße, Modultyp, Anzahl der Wechselrichter und dem Installationsaufwand ab. In der Regel liegt eine durchschnittliche Photovoltaikanlage zwischen 15.000 und 25.000 Euro. Die Amortisationszeit beträgt üblicherweise 8 bis 12 Jahre – abhängig von Eigenverbrauch, Komponenten und Förderung.

Ertragsseitig gilt als Faustregel: Eine Anlage produziert etwa 1.000 bis 1.500 kWh pro installiertem kWp und Jahr. Eine 10-kWp-Anlage liefert damit rund 8.000 bis 12.500 kWh jährlich. Für die Dachfläche rechnet man mit etwa 10 bis 20 Quadratmetern pro kWp.

Beispiel: Einfamilienhaus mit Wärmepumpe

In einem Einfamilienhaus mit vierköpfiger Familie und Wärmepumpe liegt der Verbrauch in Deutschland im Schnitt bei rund 7.500 kWh im Jahr. Eine Anlage mit 32 Modulen und 13 kWp erzeugt bei optimaler Sonneneinstrahlung und einem Durchschnittswert von 1.650 Sonnenstunden bis zu 13.000 kWh im Jahr – und deckt den Strombedarf tagsüber damit vollständig ab. Nach rund acht Jahren hat sich diese Anlage amortisiert. Ab diesem Zeitpunkt erzielen Sie durch den Verkauf überschüssigen Stroms zusätzlich Einnahmen.

Kennzahlen der Beispielanlage
Module32 Stück, je 410 Watt (Jinko Tiger Neo JKM410N-54HL4-B)
Leistung13 kWp
Wirkungsgrad Modul21 %
Ertrag pro Jahrbis 13.000 kWh
Jahresverbrauch Haushaltca. 7.500 kWh
Amortisationca. 8 Jahre

Diese Berechnung dient als Anhaltspunkt. Grundlage sind 32 Solarmodule bei einem Effizienzfaktor von 75 %, optimaler Sonneneinstrahlung in Deutschland und durchschnittlich 1.650 Sonnenstunden im Jahr. Faktoren wie Wetterbedingungen oder Verschattung sind nicht einkalkuliert; das tatsächliche Ergebnis kann abweichen. Quellen: Deutscher Wetterdienst, co2online, wegatech.

0 % Mehrwertsteuer: was seit 2023 gilt

Seit dem 1. Januar 2023 gilt für die Lieferung und Installation von Photovoltaikanlagen auf und in der Nähe von Wohngebäuden ein Umsatzsteuersatz von null Prozent (§ 12 Abs. 3 UStG). Das betrifft nicht nur die Module, sondern auch wesentliche Komponenten wie Wechselrichter, Montagesysteme und Batteriespeicher sowie die Installationsleistung selbst.

Illustration eines Einfamilienhauses mit Photovoltaikanlage, Carport mit Solardach, Elektroauto und Batteriespeicher im Keller

Praktisch bedeutet das: Der Bruttopreis entspricht dem Nettopreis. Für private Betreiber entfällt damit ein Grund, die Anlage aus steuerlichen Erwägungen anders zu strukturieren als technisch sinnvoll. Wie sich die Regelung im Einzelfall auf Ihre Situation auswirkt – etwa bei gemischt genutzten Gebäuden oder gewerblichen Anlagen – klären Sie am besten mit Ihrer Steuerberatung. Wir weisen die steuerliche Behandlung im Angebot transparent aus.

Förderungen im Überblick

Neben der Steuerregelung gibt es in Deutschland mehrere Förderwege. Welche für Sie in Frage kommen, hängt von Standort, Anlagengröße und Nutzung ab.

  • EEG-Einspeisevergütung: Betreiber erhalten eine garantierte Vergütung für den ins Netz eingespeisten Strom. Der Satz liegt derzeit bei etwa 7 bis 12 Cent pro kWh und wird zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme festgeschrieben.
  • KfW-Förderung: zinsgünstige Kredite und Tilgungszuschüsse für den Bau von PV-Anlagen.
  • Marktanreizprogramm (BAFA): fördert den Einsatz erneuerbarer Energien in Wohngebäuden.
  • Länderprogramme: einzelne Bundesländer legen eigene Zuschüsse auf – besonders für Speicher.
  • Kommunale Programme: Städte wie Aachen, Düsseldorf, Köln, Münster oder Stuttgart unterstützen Anlagen mit eigenen Töpfen.

Förderprogramme ändern sich regelmäßig und sind oft an Fristen oder Budgets gebunden. Wir prüfen im Rahmen der Beratung, was zum Zeitpunkt Ihres Projekts tatsächlich verfügbar ist.

Eigenverbrauch und Batteriespeicher

Ohne Speicher wird der Strom verbraucht, wenn er entsteht – also mittags. Alles darüber hinaus geht ins Netz. Ein Batteriespeicher verschiebt diesen Überschuss in den Abend und die Nacht. Das erhöht den Eigenverbrauch deutlich und senkt die Stromrechnung, weil weniger teurer Netzstrom bezogen werden muss.

Der Vorteil liegt nicht nur im Geld: Mit Speicher werden Sie unabhängiger vom öffentlichen Netz und verbessern die Versorgungssicherheit im Haus. Ob und in welcher Größe sich ein Speicher rechnet, hängt stark vom Verbrauchsprofil ab – ein Haushalt, der abends viel Strom braucht, profitiert deutlich mehr als einer, der tagsüber zu Hause ist.

Wärmepumpe, Wallbox und Lastmanagement

Photovoltaik und Wärmepumpe passen gut zusammen: Der erzeugte Strom versorgt die Wärmepumpe, was die Energiekosten weiter senkt und den CO₂-Fußabdruck verringert. Wichtig ist, Anlagengröße und Wärmepumpenleistung sorgfältig aufeinander abzustimmen, damit die Versorgung auch im Winter zu den Anforderungen des Haushalts passt.

Ähnliches gilt für die Wallbox. Wer sein Elektroauto tagsüber mit Solarstrom lädt, ersetzt teuren Netzstrom durch eigenen. Ein Energiemanagementsystem sorgt dafür, dass Ladevorgang, Wärmepumpe und Haushalt sich nicht gegenseitig blockieren – und dass zuerst der Sonnenstrom genutzt wird.

Balkonkraftwerk: für wen es sich lohnt

Steckersolargeräte – auch Balkonkraftwerk, Mini-PV-Anlage oder Stecker-Solaranlage genannt – sind günstig, schnell montiert und liefern eigenen Strom. Sie brauchen weder ein eigenes Haus noch einen Balkon: Die Module lassen sich auch an Wänden, im Garten oder auf einem Flachdach anbringen.

Zur Wirtschaftlichkeit: Ein Vier-Personen-Haushalt verbraucht durchschnittlich rund 4.000 kWh Strom im Jahr. Ein Balkonkraftwerk mit 600 Watt Leistung – Anschaffungskosten etwa 1.000 Euro – erzeugt in diesem Fall ungefähr 600 kWh pro Jahr. Bei einem Strompreis von 30 Cent je Kilowattstunde entspricht das rund 180 Euro Ersparnis jährlich. Die Anlage hätte sich damit nach etwa fünfeinhalb Jahren amortisiert. In Süddeutschland darf man pro Watt Nennleistung mit etwa einer Kilowattstunde Jahresertrag rechnen, im Norden liegen die Werte bis zu zehn Prozent niedriger.

Anmeldung nicht vergessen: Ein Balkonkraftwerk muss beim Netzbetreiber angemeldet und im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registriert werden. Außerdem braucht es einen geeigneten Stromzähler, der nicht rückwärts läuft. Wenn die Elektroinstallation im Haus älter ist oder ihr Zustand unbekannt, sollte ein Elektriker sie vorab prüfen.

Hinweis zum Anschluss: Der VDE empfiehlt eine feste Verkabelung oder den Anschluss über eine Wieland-Steckdose mit zusätzlichem Sicherheitsmechanismus. In Deutschland verkaufte Geräte verfügen in der Regel über einen Wechselrichter mit Netz- und Anlagenschutz, sodass nach dem Ziehen des Steckers keine Spannung mehr anliegt.

Wartung, Lebensdauer und Garantie

Eine Photovoltaikanlage hält etwa 25 bis 30 Jahre. Die Leistung nimmt über die Jahre leicht ab, bleibt aber wirtschaftlich. Solarmodule erreichen in der Regel 25 Jahre oder mehr, Wechselrichter mit 10 bis 15 Jahren deutlich weniger – ein Tausch während der Betriebszeit ist einzuplanen und sollte in der Wirtschaftlichkeitsrechnung auftauchen.

Wartungsaufwand entsteht wenig. Eine Überprüfung der elektrischen Komponenten durch einen Fachbetrieb alle paar Jahre ist trotzdem sinnvoll; wir empfehlen eine Wartung etwa alle drei Jahre nach Errichtung der Anlage. Verschmutzte Module kosten Ertrag – auch das lässt sich bei der Wartung erledigen.

Bei den Garantien unterscheidet man zwei Arten: Die Produktgarantie der Hersteller liegt meist bei 10 bis 15 Jahren, die Leistungsgarantie auf die Module bei 25 bis 30 Jahren. Achten Sie darauf, dass beide im Angebot benannt sind.

Woran Sie ein gutes Angebot erkennen

Photovoltaik-Angebote sind schwer vergleichbar, weil jeder Anbieter anders rechnet. Diese Punkte sollten in jedem seriösen Angebot stehen – fehlen sie, lohnt sich eine Nachfrage:

  • Anlagengröße in kWp und die genaue Anzahl der Module
  • Hersteller und Typenbezeichnung von Modulen, Wechselrichter und Speicher – nicht nur „hochwertige Markenware“
  • Prognostizierter Jahresertrag samt Annahmen (Ausrichtung, Neigung, Verschattung, Sonnenstunden)
  • Montagesystem und die Art der Dachbefestigung
  • Wer den Netzanschluss ausführt und wer die Anmeldung beim Netzbetreiber übernimmt
  • Produkt- und Leistungsgarantien mit Laufzeiten
  • Umgang mit dem späteren Wechselrichtertausch
  • Amortisationsrechnung mit nachvollziehbaren Annahmen zu Strompreis und Eigenverbrauch
  • Zeitplan und feste Ansprechpartner

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